Landesregierung verbietet Pheromonfallen gegen Palmrüssler

Das Verbot ist Teil eines weitgehenden Regelwerks, das nun auf den Weg gebracht wurde

25.05.2015 | 10:46

Palmrüssler in der Falle.

Das balearische Umweltministerium untersagt den Einsatz von Pheromonfallen zur Bekämpfung des roten Palmrüsslers auf Mallorca. Das Verbot ist Teil einer neuen Verordnung, mit der die Landesregierung auf die fortschreitende Ausbreitung des eingeschleppten Schädlings reagiert und die in Kürze in Kraft treten soll. Wie es im Umweltministerium heißt, sei der Einsatz der Fallen in vielen Fällen kontraproduktiv, da dadurch die schädlichen Insekten überhaupt erst angelockt würden.

Pheromonfallen funktionieren mit Hormonstoffen – der vermeintliche Hochzeitsflug der Insekten endet, wenn sie in die seitlichen Öffnungen der Kunststoffbehälter geraten, aus denen es kein Entkommen mehr gibt. Das Ministerium hat bereits seit längerem Zweifel am Einsatz der Fallen. Sie eignen sich demnach ausschließlich zum Schutz von gesunden Dattelpalmen (Phoenix dactylifera und Phoenix canariensis), die in der Nähe von befallenen Palmen wachsen. Die Lockstoffe bringen die Käfer nämlich dazu, in die Richtung eines neuen Fressplatzes zu fliegen.

Die jetzt auf den Weg gebrachte Verordnung sieht eine Reihe von weiteren Vorschriften vor. Dazu gehören ein Register für Gartenbetriebe, die Identifizierung und Kontrolle befallener Pflanzen, neue Auflagen für den Import, Präventivmaßnahmen für zum Verkauf stehende Pflanzen sowie Auflagen bei der Neubepflanzung bereits betroffener Standorte.

Der Palmrüssler hat seit seiner Entdeckung im Jahr 2006 inzwischen rund 10.000 Palmen auf Mallorca befallen. Am meisten fielen ihm in der Bucht von Palma sowie in den Gemeinden Manacor, Inca und Pollença zum Opfer. Zuletzt griff der Palmrüssler aber auch auf die Gemeinden der Tramuntana im Norden über. Nach wie vor ist die Palmenart „Phoenix canariensis“ am stärksten betroffen.

Die gut drei Zentimeter großen Exemplare des „Rhynchophorus ferrugineus“ fressen meterlange Gänge im Inneren der Stämme und bringen die grünen Palmwedel zum Abknicken. Wenn den ursprünglich aus Asien stammenden roten Rüsselkäfern vorher nicht der Garaus gemacht wird, erlegen sie so den kompletten Baum. Bekämpft wird der Palmrüssler bislang unter anderem durch Stamminjektionen, Duftfallen oder mechanische Entseuchung, im fortgeschrittenen Stadium muss die betroffene Palma ganz gefällt werden.

Finca-Besitzer auf Mallorca müssen den Befall melden und können von den Behörden verpflichtet werden, dagegen vorzugehen. Wer Zweifel hat, Fotos der betroffenen Palmen auch per E-Mail einschicken (span./engl.), die Palmen werden zudem kostenlos vor Ort begutachtet. Conselleria d´Agricultura, C./ dels Foners, 10, 07006 Palma, Tel.: 971-17 66 66, sanitatvegetal@dgagric.caib.es. /ff

Die Falle mit der Falle

Hochwirksam und ohne giftige Nebenwirkungen, das ideale Mittel  gegen den roten Palmrüssler (Picudo rojo)?

Die Gärtner sind voll des Lobes für die „neue“*1 Strategie zu Bekämpfung des Picudo rojo.

Und die Anwendung so einfach!

Aufstellen, Lockmittel einbringen und ab und zu mal die toten Käfer beseitigen.
Kein Risiko für die Umwelt? Zumindest geht von den Pheromonen keine Gefahr für Mensch und Tier aus. Und eine Gefahr für die Palmen? Leider ja. Lockstoffe haben ja den Sinn Käfer aus der Umgebung an zu locken. Käfer aus dem Umkreis von Kilometern werden sich auf den Weg machen, viele Käfer! Sehr viele Käfer! Nicht alle werden es bis zur Falle schaffen. Die lassen sich in den umliegenden Palmen nieder. Und da man „sinnvollerweise“ *2  Männchen und Weibchen anlockt kann man sich leicht vorstellen was dann passiert.
Das konnte sich auch der Autor vorstellen  und räumt das ganz versteckt in der letzten Zeile ein:

„In keinem Fall garantiert sie den totalen Schutz bei der exklusiven Benutzung der Fallen.“

Quellen:
http://www.palm-doctor.com/de/product_picusan.html
*1
„Man empfiehlt seine Benutzung zur Vorbeugung, in den man sie in einem Umkreis, um die Palmen herum aufstellt und dadurch eine Abschirmung erreicht, die den Zugang des Käfers zu den Palmen verhindert.“

*2
„Dieses zugeführte Pheromon hat den Vorteil, dass es sowohl die Weibchen als auch die Männchen anzieht und somit die Bevölkerung der Käfer mit hoher Effektivität vermindert, da auch Weibchen eingefangen werden die Ihre Eier nicht mehr ablegen können.“