Avaaz: Wir haben’s geschafft — Europa hat gerade bienengefährdende Pestizide verboten!!

Ricken Patel – Avaaz.org <avaaz@avaaz.org> 2. Mai 2013 22:49

Liebe wunderbare Avaaz-Gemeinschaft,
wir haben’s geschafft — Europa hat gerade bienengefährdende Pestizide verboten!!

Riesenkonzerne wie Bayer haben sich mit aller Kraft dagegen gewehrt, doch das Bürgerengagement, die Wissenschaft und die verantwortungsbewusste Regierungsführung haben letztendlich gesiegt!

Bienensterben
Das „Bienensterben“ vor Bayers Hauptquartier in Köln

Vanessa Amaral-Rogers, von der Expertengruppe für Umweltschutz „Buglife“, sagt:
“Die Entscheidung war knapp, doch dank der massiven Mobilisierung von Avaaz-Mitgliedern, Imkern und anderen Beteiligten, haben wir gewonnen! Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Flut von Anrufen und E-Mails an Minister, die Aktionen in London, Brüssel und Köln und die gigantische Petition mit 2,6 Millionen Unterzeichnern dieses Ergebnis möglich gemacht haben. Mein Dank gilt Avaaz und all denen, die so hart gearbeitet haben, um die Bienen zu retten!”
Zwei Drittel unserer Lebensmittel werden von Bienen bestäubt. Und als Wissenschaftler ein erschreckendes Massensterben unserer Bienenvölker feststellten, ist Avaaz in Aktion getreten — wir haben nicht locker gelassen, bis wir gewonnen haben. Über zwei Jahre hinweg haben wir Nachrichtenfluten an Minister gesendet, medienwirksame Proteste mit Imkern veranstaltet, Meinungsumfragen finanziert und vieles mehr getan — und diese Woche konnten wir einen langerkämpften Erfolg feiern. Gemeinsam haben wir es geschafft. Und zwar so:

• Frankreich stärken: Im Januar 2011 unterzeichnen 1 Million Menschen unseren Aufruf an Frankreich, um das dortige Verbot tödlicher neonikotinoider Pestizide aufrechtzuerhalten. Avaaz-Mitglieder und Imker treffen sich mit dem französischen Landwirtschaftsminister, erscheinen in den Medien und drängen ihn dazu, der hartnäckigen Industrielobby die Stirn zu bieten, das Verbot aufrechtzuerhalten und ein starkes Signal an andere europäische Länder zu senden.

Riesenbiene
Bernie, die aufblasbare Riesenbiene, hilft uns beim Überreichen unserer 2,6 Millionen starken Petition in Brüssel

• Es direkt mit der Industrie aufnehmen: Bayer ist bei seinen letzten drei Jahresversammlungen mit Protesten von Avaaz und seinen Verbündeten konfrontiert gewesen. Die Manager des Pestizid-Giganten sowie die anwesenden Investoren werden von Imkern, einem lauten Geschwirr und massiven Bannern mit unserem Aufruf begrüßt, in dem über eine Million Menschen ein Verbot der Neonikotinoid-Verwendung fordern, solange deren Auswirkungen auf Bienenvölker nicht von Wissenschaftlern überprüft worden sind. Avaaz hält sogar eine Präsentation bei der Sitzung, doch Bayer sagt “Nein”.

• Auf die Wissenschaft setzen: Im Januar stellt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit fest, dass drei Pestizide ein unzumutbares Risiko für Bienen darstellen und wir schreiten ein, um sicherzustellen, dass Europas Politiker auf ihre wissenschaftlichen Experten reagieren. Unsere Petition wird innerhalb kurzer Zeit 2 Millionen Mal unterschrieben. Nach zahlreichen Gesprächen mit Entscheidungsträgern in der EU, überreichen wir unsere Forderung direkt an den Hauptsitz der EU in Brüssel. Im Verlauf des Tages schlägt die Kommission ein zweijähriges Verbot vor!

Petition
Imker helfen dabei, der britischen Regierung unsere massive Petition zu überreichen

• Unsere Chance ergreifen: Der Kampf um die Rettung der Bienen erhitzt sich im Februar und im März. Überall in der EU stehen Avaaz-Mitglieder in den Startlöchern, während alle 27 EU-Mitgliedstaaten entscheiden, ob sie den Vorschlag blockieren oder begrüßen. Als Großbritannien und Deutschland, zwei Länder mit starken Landwirtschaften, bekannt geben, dass sie nicht zustimmen werden, veröffentlicht Avaaz Meinungsumfragen, aus denen hervorgeht, dass die große Mehrheit der Briten und Deutschen ein Verbot befürwortet. Avaaz-Mitglieder senden außerdem fast eine halbe Million E-Mails an Landwirtschaftsminister in der EU. Der britische Minister Owen Paterson, der scheinbar mehr Angst davor hat, sich mit Bürgern zu befassen als mit der Industrielobby, beschwert sich über eine “Cyber-Attacke”. Journalisten machen daraus eine Geschichte, die zu unseren Gunsten ausfällt! Und dann kommt Bernie, unsere 6 Meter große Biene in Brüssel, und bietet ein optisch eindrucksvolles Mittel, unsere Petition zu überreichen, während die Verhandlungen in die Endrunde gehen. Bernie zieht Scharen von Journalisten an und wir erfahren, dass wir dazu beigetragen haben, dass in Spanien die wissenschaftlichen Befunde genauer betrachtet werden und ein Positionswechsel stattfindet. Doch wir erreichen nicht die notwendige Mehrheit, um das Verbot zu erlassen.

The Independent
Bernie erscheint in der britischen Tageszeitung „The Independent“

• Das rote Licht auf grün schalten: Im April wird der Vorschlag zur Rettung der Bienen an einen Berufungsausschuss weitergeleitet und es kommt wieder Hoffnung auf, sofern es uns gelingt, in ein paar mehr Ländern einen Positionswechsel zu bewirken. Beim Endspurt tut sich Avaaz mit anderen Gruppen zusammen, darunter Environmental Justice Foundation, Friends of the Earth, Pesticide Action Network, Imker und berühmte, bienenfreundliche Modedesigner, um eine Aktion vor dem britischen Parlament zu organisieren. In Deutschland starten Imker ihre eigene, an ihre Regierung gerichtete, Avaaz-Petition, die innerhalb von nur 2 Tagen von 150.000 Deutschen unterzeichnet und wenig später in Köln überreicht wird. Weitere Telefonanrufe prasseln auf die Ministerien in verschiedenen Hauptstädten nieder, während Avaaz auf eine in letzter Minute beantragte, vernichtende Abänderung von Seiten Ungarns reagiert und Bernie die Biene in Brüssel wieder in Stellung bringt. Pestizidfirmen schalten Anzeigen am Flughafen in Brüssel, die eintreffenden Beamten am Flughafen ins Auge springen sollen und schlagen in den Medien andere Maßnahmen, wie das Pflanzen von Wildblumen, vor. Doch ihre aalglatte Kommunikationsmaschine wird ignoriert — erst wechselt Bulgarien und dann Deutschland (ein Riesenerfolg!) seine Position und diese Woche gewinnen wir, als über die Hälfte der EU-Länder für das Verbot stimmen!

Es hat lange gedauert, diesen Erfolg zu erzielen und ohne Wissenschaftler, Experten, wohlgesinnte Beamte, Imker und unsere Kampagnen-Partner wäre es nicht möglich gewesen. Wir können stolz auf unseren gemeinsamen Beitrag zu diesem Erfolg sein.

Ein starker Verfechter des Bienenschutzes, Paul de Zylva, Leiter der Abteilung für Pestizide und Bestäuber bei Friends of the Earth, sagte:
„Mein Dank gilt den Millionen von Avaaz-Mitgliedern, die sich im Internet oder auf den Straßen mobisiliert haben. Zweifelsohne haben die massive Petition und die kreative Kampagnenarbeit von Avaaz dazu beigetragen, den entscheidenden Anstoß zu geben und unsere Arbeit und die anderer Nichtregierungsorganisationen ergänzt.“

Es wird Zeit, diese Atempause für eines der weltweit wertvollsten und wichtigsten Lebewesen zu feiern. Doch das EU-Verbot gilt vorerst nur für 2 Jahre und muss dann auf seine Wirksamkeit überprüft werden. Unterdessen sterben weltweit immer noch Bienen, weil sie durch Pestizide geschwächt und verwirrt werden und außerdem ihren Lebensraum verlieren, weil wir Landflächen umgraben und bebauen. In Europa und weltweit gibt es noch viel zu tun, um sicherzustellen, dass fundierte wissenschaftliche Befunde unserer Landwirtschafts- und Umweltpolitik den Weg weisen. Und wir sind genau die richtige Gemeinschaft, um diese Aufgabe zu erfüllen 🙂

Voller Hoffnung und Freude,

Ricken, Iain, Joseph, Emily, Alex, Michelle, Aldine, Julien, Anne, Christoph und der Rest des Avaaz-Teams

PS: Lassen Sie uns weiterkämpfen — leisten Sie einen Spendenbeitrag, um sicherzustellen, dass wir schnelle Kampagnen mit vielseitigen Taktiken starten können, zu Themen, die uns allen am Herzen liegen: https://secure.avaaz.org/de/bees_victory/?bnQiWdb&v=24681

PPS: Viele Avaaz-Kampagnen — wie die der deutschen Imker diesen Monat — werden von einzelnen Personen oder Gruppen von Mitgliedern gestartet. Klicken Sie hier, um zu sehen, wie einfach sie jetzt gleich Ihre eigene Petition starten können: http://www.avaaz.org/de/petition/start_a_petition/?rba13

QUELLEN

Die Bienen-Geschichte und die Rolle von Avaaz wurden in zahlreichen Medien erwähnt. Hier ist eine kleine Auswahl:

EU verbietet Pflanzenschutzmittel (ZDF)
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/beitrag/video/1891730/EU-verbietet-Pflanzenschutzmittel

Im Kampf gegen Bienensterben drei Pestizide vor Verbot (Die Welt)
http://www.welt.de/newsticker/news1/article115705808/Im-Kampf-gegen-Bienensterben-drei-Pestizide-vor-Verbot.html

EU will für Bienenschutz drei Pestizide verbieten (Deutsche Welle)
http://www.dw.de/eu-will-f%C3%BCr-bienenschutz-drei-pestizide-verbieten/a-16779323

Teilverbot von bienengefährdenden Pestiziden erwartet (Der Tagesspiegel)
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/streit-um-agrargifte-teilverbot-von-bienengefaehrdenden-pestiziden-erwartet/8135662.html

Umweltgifte: Pestizid-Verbot soll Bienen retten (Spiegel Online)
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/umweltgifte-pestizid-verbot-soll-bienen-retten-a-880818.html

EU will Pestizide verbieten, die mit Bienensterben in Verbindung gebracht wurden (Al Jazeera) (Englisch)
http://www.aljazeera.com/news/europe/2013/04/2013429133837540126.html

EU verhängt Verbot von Pestiziden, die mit Bienensterben in Verbindung stehen (RFI) (Englisch)
http://www.english.rfi.fr/environment/20130429-european-union-imposes-ban-pesticides-linked-bee-deaths

EU will bienengefährdende Pestizide verbieten (EU Observer) (Englisch)
http://euobserver.com/environment/119979

Avaaz.org ist ein weltweites Kampagnennetzwerk mit 21 Millionen Mitgliedern, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Einfluss der Ansichten und Wertvorstellungen aller Menschen auf wichtige globale Entscheidungen durchzusetzen. („Avaaz“ bedeutet „Stimme“ oder „Lied“ in vielen Sprachen). Avaaz Mitglieder gibt es in jedem Land dieser Erde; unser Team verteilt sich über 18 Länder und 6 Kontinente und arbeitet in 17 verschiedenen Sprachen. Erfahren Sie hier, etwas über einige der größten Aktionen von Avaaz oder folgen Sie uns auf Facebook oder Twitter.

Von: Ricken Patel – Avaaz.org <avaaz@avaaz.org> Datum: 2. Mai 2013 22:49 Betreff: Riesenerfolg für die Bienen!!!

Beauveria bassiana und die Zulassung

Von Dipl.-Ing. Erich Hübner

Pilzsporen sind zum Schutz und der Behandlung von Palmen von den spanischen Behörden nicht zugelassen, aber auch die chemischen Mittel haben diese Zulassung nicht.

Wie kann das sein? Wir haben in Spanien eine echte Katastrophe, ein Palmensterben biblischen Ausmaßes und die Administration, die uns bei solchen Katastrophen eigentlich helfen sollte verweigert sich.
Der Bürger kann das nicht verstehen. Seit 12 Jahren vernichtet der Käfer tausende von Palmen und die zuständigen Behörden waren in der Zeit nicht in der Lage Mittel zu testen die dem Einhalt gebieten!
Doch hier irrt der gutgläubige Bürger. Er denkt die europäischen und auch die spanischen Behörden prüfen Produkte um die Umwelt und ihn vor Schaden zu bewahren und erteilen, bei positivem Ausgang der Prüfung eine Zulassung. Die Praxis ist anders. Mit immens hohen Zulassungsgebühren wird er Markt geteilt, in Großkonzerne für die Gebühren von 600.000€ pro Produkt nur Kleingeld sind und die Andern die sich das nicht leisten können.
Ein besonders absurdes Beispiel dieser Vorgehensweise liefert Spanien selbst. Die Universität Alicante hat in mehrjährigen Forschungen, auch im Feldversuch, die Wirksamkeit von Beauveria bassiana zur Bekämpfung des roten Palmrüsslers nachgewiesen und einen noch stärker wirkenden Stamm dieser Pilzsporen entwickelt. Das fertige Produkt sollte Glen Biotech, ein Spin off der Universität Alicante, vertreiben. Forschung und Entwicklung wurden mit Steuergeldern finanziert, Die Firma Glen Biotech erhielt auch einen mit 40.000€ dotierten Preis für die Innovation. Eine Erfolgs Story made in Spain? Leider nicht. Die Firma hatte den Finanzbedarf der spanischen Administration unterschätzt. An den geforderten 600.000€ für die Zulassung ist die Idee letztlich gescheitert. Die verbliebenen Mitarbeiter bieten heute Beratungsleistungen an.
Aber warum gibt es keine Zulassung der Mittel von Großkonzernen wie Bayer die das massenweise eingesetzte Imidacloprid herstellt?
Das liegt ebenfalls am Finanzhunger der Behörden. Da man für jede Anwendung bezahlen muss lohnt es sich einfach nicht, für die geringen Mengen, die im Palmenschutz verkauft werden eine Zulassung zu beantragen. Zumal die Produkte sowieso verkauft werden, da sie für andere Zwecke durchaus eine Zulassung haben.
Im Fall Beauveria bassiana ist die Situation noch absurder. Der Pilz kommt natürlicherweise in spanischen Böden vor, allerdings in sehr kleiner Konzentration. Pilzsporen- Mittel sind also lediglich eine Konzentration einer spanischen Spezies die großtechnisch hergestellt wird. Beauveria bassiana ist für den Acker- und Obstbau in Spanien, Deutschland und anderen Ländern zugelassen, aber eben nicht für die Bekämpfung des roten Palmrüsslers.

Kopflose Palmen

Zwei Phoenix Palmen die Tage zuvor ohne jedes Anzeichen von Befall waren, haben im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf verloren. Die über hundert Kilogramm schweren Köpfe sind ohne Vorwarnung aus mehreren Metern Höhe auf dem Boden gestürzt. Eine Palme steht unmittelbar an der belebten Hauptstraße nach Alfaz del Pi. Freitag war Markttag. Viele Besucher gehen diese Straße entlang. Ein glücklicher Zufall, dass der Zaun den Kopf auffangen konnte und Personen nicht zu Schaden kamen. Der herabstürzende Kopf ist schwer genug um einen Menschen zu töten.
Die andere Palme steht in einem Privatgarten. Das Haus zurzeit nicht bewohnt. Einige Tage vorher spielten noch Kinder unter der Palme. Diese Palme ist Teil eines Monitoring zur Erfassung der Verbreitung von Schäden durch den Picudo rojo. In der Umgebung waren bereits mehrere Palmen erkennbar befallen. Dem Benutzer wurde mehrfach dringend geraten die Palme zu schützen. Da das Exemplar aber einen gesunden Eindruck machte, hielt der Besitzer eine solche Maßnahme nicht für nötig.
Bei den Palmen gemeinsam ist, dass Ihre Besitzer sie nicht behandelt haben. Beide Palmen hatten keinerlei sichtbare Anzeichen eines Befalles. Wie es scheint, ist der Populationsdruck der Käfer mittlerweile so groß, dass Palmen gleich massenweise befallen werden. Die dann einsetzende Freß- Orgie macht die Palmen in ganz kurzer Zeit kopflos.
Der Apell an alle Palmenbesitzer, öffentliche und private sich ihrer Verantwortung nicht nur für ihre Palmen, sondern auch für die Gefährdung die von unbehandelte Palmen ausgeht, zu stellen.
Dass es wirksame Mittel gibt zeigt auch die Gemeinde Teulada die nach einem ersten Feldversuch mit 96 Palmen nun weitere 100 Palmen mit dem Pilz Beauveria bassiana behandelt hat.
Erich Hübner

Endotherapie bei Palmen

Die Idee ist, der Palme eine Möglichkeit zur Selbsthilfe zu geben. Palmen haben Fressfeinden von Natur aus nichts entgegen zu setzen. Ihre Saft ist nicht giftig wie der Saft des Oleander. Das gilt es zu ändern. Durch Setzen von Kunststoff-Kanülen schafft man sich einen Zugang zum Inneren der Palme, direkt zum Saftkreislauf. Damit kann man der Palme das geben was ihr zur wirksamen Bekämpfung der fressenden Larven feht, nähmlich Gift. Das wird in kleinen Dosen von wenigen Millilitern in die Kanülen gespritzt und dort von der Palme aufgenommen. Die Palme transportiert das Gift bis in die obersten Wedel. Da die Kanülen hermetisch verschlossen sind tritt keine Umweltschädigung ein. Die Methode ist bienenfreundlich.

Das Video zeigt das Arbeiten mit Kanülen der Firma SOSpalm

Biologisch und chemisch geht das zusammen?

Jahrelang war die biologische Bekämpfung des Mittel der Wahl. Unbestritten ist der Vorteil der Methode Bienenfreundlich zu sein. Bienen, die durch Kontakt mit chemischen Giften schwer geschädigt werden, sind die Hauptverlierer im Kampf gegen den Picudo rojo, dem roten Palmrüssler. Imker vorloren in der Region Valencia die Hälfte iher Völker durch den massiven Einsatz von Pestizieden. Doch den Schaden haben nicht nur die Imker. Die Bestäubungsleistung der Bienen ist in der Natur und im Obst und Gemüsebau unverzichtbar.
Und jetzt doch- noch mehr chemische Bekämpfung? Chemische Bekämpfung wird in verschiedenen Formen durchgeführt die die Natur unterschiedlich schädigen. Man kann diese Mittel mit hohem Druck versprühen und einen feinen Nebel erzeugen, der das Gift auf eine große Fläche verteilt- die maximale Schädigung für die Umwelt. Man kann das Gift über die Palme gießen und den Schaden örtlich begrenzen. Dann findet man schon mal 60 tote Bienen am Fuß der Palme, die die nicht nach unten fallen nicht mit gerechnet.
Oder man kann das Gift in die Palme spritzen und einen Deckel drauf machen. Da kommt kein Insekt mehr dran. Pech haben die, die an und in der Palme fressen. Die nehmen mit den Pflanzenfasern auch das Gift auf und verenden. Damit hat die Palme endlich eine Möglichkeit sich gegen den Schädling zu Wehr zu setzen. Die Methode ist nicht neu, nur von der Natur kopiert. Viele Pflanzen wehren sich mit starken Giften in ihren Saftkreisläufen. Eine der bekanntesten und weit verbreitetsten ist der Oleander, dessen Pflanzensaft hoch giftig ist.Ist die Endtherapie also die Lösung der Probleme Palmrüssler und Palmenmotte?

Allein sicher nicht, aber eine Kombination aus Oberflächenschutz und Schutz im Saftkreislauf scheint das Problem zu lösen. Jedenfalls haben Gärtner, die die kombinierte Methode anwenden seither keine Verluste mehr zu beklagen.

Biologische Bekämpfung des Picudo rojo- Übersicht

Nach mehreren aktuellen Berichten ist die Bekämpfung des Picudo rojo mit dem Pilz Beauveria bassiana bisher am erfolgversprechendsten. Der Pilz kommt in Spanien natürlich vor, d.h. es wird kein landesfremder Organismus freigesetzt. Der Pilz befällt alle Stadien des Picudo rojo. Er dringt in den Käfer ein und vermehrt sich dort rasant. Nach ca. 5 Tagen erliegt das Opfer seinem Angreifer. Da sich der Pilz auch an der Oberfläche des Opfers ansiedelt werden so auch weitere Exemplare infiziert.
Die Universität Alicante hat ein spin off gegründert die Firma Glen Biotech. Glen Biotech hat bereits einen Forschungspreis für die Bekämpfung des Picudorojo mit dem Pilz Beauveria bassiana gewonnen. Sie produziert den Pilz auf der Basis von Reiskörnern. Die infizierten Reiskörner werden in der Krone der Palme ausgebracht. Der Käfer und seine Raupen infizieren sich beim Kontakt mit den Reiskörnern.
Derzeit läuft ein Feldversuch mit 69 Palmen in Teulada s. Bericht CBN
Das Produkt der Firma Glen Biotech ist in Beutel zu je 600g abgefüllt. Für die Behandlung einer großen Palme werden von Suminstros 3 Beutel empfohlen. Jeder Beutel kostet 13 €.

Naturalis-L basiert ebenfalls auf dem Pilz Beauveria bassiana. Es wird in einer öligen Emulsion angeboten. Der Vorteil eines flüssigen Mittels ist die leichtere Verarbeitbarkeit. Auch höhere Palmen können behandelt werden. Erstmals ist auch eine vorbeugende Behandlung möglich.
Den Stand der derzeit eingesetzten biologischen und chemischen Methoden hat Dr. Richard Weidlich in einem Leserbrief zusammengefasst.
Informationen über den Einsatz des Beauveria bassiana in Deutschland finden sich in einer Publikation des ökolandbaus.
Eine beachtenswerte Studie der Forschungsanstalt Geisenheim über die Wirkung des Pilzes auf Dickmaulrüsselkäfer (einem nahen Verwandten des Picudo rojo) ist hier nach zu lesen.

 

Methode Mittel
Sprühung Krone Beauveria bassiana Bild
Sprühung Krone Nematoden Bild
Streuung Krone Phoemyc / Beauveria bassiana Etikett

 

Verschiedene Methoden- Übersicht

Wir haben verschiedene Methoden hier zusammengetragen um darüber grundsätzlich zu informieren. Über den Erfolg oder Nichterfolg kann keine Aussage gemacht werden da nicht genügend aussagefähigen Daten darüber vorliegen. Wenn Sie eine bestimmte Methode angewendet haben gehen Sie bitte mit Ihren Erfahrungen in unser Forum. Die Leser werden es Ihnen danken.

Den Stand der derzeit eingesetzten biologischen und chemischen Methoden hat Dr. Richard Weidlich in einem Leserbrief zusammengefasst.

Gute Erfolge werden mit einer Kombination der Endotherapie und biologischen Mitteln erzielt. Die Endotherapie zählt zur chemischen Bekämpfung.

 

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Wichtig!

Die 3 Produkte Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam dürfen nicht mehr eingesetzt werden wenn Bienen mit ihnen in Kontakt kommen können. Die spanischen Freunde der chemischen Industrie interpretieren das EU weite Verbot folgendermaßen: Wenn der Gärtner die Blüten der Palmen schneidet, ist spritzen ganzjährig erlaubt!

Beim Schneiden tritt Palmensaft aus, der die Käfer massenweise anlockt. In der Praxis wird der eine oder andere Gärtner oder Palmero auf das Schneiden verzichten und trotz Verbot diese Mittel spritzen. So werden Bienen weiter geschädigt. Aber wer braucht in Spanien schon Bienen?

Die Falle mit der Falle

Hochwirksam und ohne giftige Nebenwirkungen, das ideale Mittel  gegen den roten Palmrüssler (Picudo rojo)?

Die Gärtner sind voll des Lobes für die „neue“*1 Strategie zu Bekämpfung des Picudo rojo.

Und die Anwendung so einfach!

Aufstellen, Lockmittel einbringen und ab und zu mal die toten Käfer beseitigen.
Kein Risiko für die Umwelt? Zumindest geht von den Pheromonen keine Gefahr für Mensch und Tier aus. Und eine Gefahr für die Palmen? Leider ja. Lockstoffe haben ja den Sinn Käfer aus der Umgebung an zu locken. Käfer aus dem Umkreis von Kilometern werden sich auf den Weg machen, viele Käfer! Sehr viele Käfer! Nicht alle werden es bis zur Falle schaffen. Die lassen sich in den umliegenden Palmen nieder. Und da man „sinnvollerweise“ *2  Männchen und Weibchen anlockt kann man sich leicht vorstellen was dann passiert.
Das konnte sich auch der Autor vorstellen  und räumt das ganz versteckt in der letzten Zeile ein:

„In keinem Fall garantiert sie den totalen Schutz bei der exklusiven Benutzung der Fallen.“

Quellen:
http://www.palm-doctor.com/de/product_picusan.html
*1
„Man empfiehlt seine Benutzung zur Vorbeugung, in den man sie in einem Umkreis, um die Palmen herum aufstellt und dadurch eine Abschirmung erreicht, die den Zugang des Käfers zu den Palmen verhindert.“

*2
„Dieses zugeführte Pheromon hat den Vorteil, dass es sowohl die Weibchen als auch die Männchen anzieht und somit die Bevölkerung der Käfer mit hoher Effektivität vermindert, da auch Weibchen eingefangen werden die Ihre Eier nicht mehr ablegen können.“