Beauveria bassiana und die Zulassung

Von Dipl.-Ing. Erich Hübner

Pilzsporen sind zum Schutz und der Behandlung von Palmen von den spanischen Behörden nicht zugelassen, aber auch die chemischen Mittel haben diese Zulassung nicht.

Wie kann das sein? Wir haben in Spanien eine echte Katastrophe, ein Palmensterben biblischen Ausmaßes und die Administration, die uns bei solchen Katastrophen eigentlich helfen sollte verweigert sich.
Der Bürger kann das nicht verstehen. Seit 12 Jahren vernichtet der Käfer tausende von Palmen und die zuständigen Behörden waren in der Zeit nicht in der Lage Mittel zu testen die dem Einhalt gebieten!
Doch hier irrt der gutgläubige Bürger. Er denkt die europäischen und auch die spanischen Behörden prüfen Produkte um die Umwelt und ihn vor Schaden zu bewahren und erteilen, bei positivem Ausgang der Prüfung eine Zulassung. Die Praxis ist anders. Mit immens hohen Zulassungsgebühren wird er Markt geteilt, in Großkonzerne für die Gebühren von 600.000€ pro Produkt nur Kleingeld sind und die Andern die sich das nicht leisten können.
Ein besonders absurdes Beispiel dieser Vorgehensweise liefert Spanien selbst. Die Universität Alicante hat in mehrjährigen Forschungen, auch im Feldversuch, die Wirksamkeit von Beauveria bassiana zur Bekämpfung des roten Palmrüsslers nachgewiesen und einen noch stärker wirkenden Stamm dieser Pilzsporen entwickelt. Das fertige Produkt sollte Glen Biotech, ein Spin off der Universität Alicante, vertreiben. Forschung und Entwicklung wurden mit Steuergeldern finanziert, Die Firma Glen Biotech erhielt auch einen mit 40.000€ dotierten Preis für die Innovation. Eine Erfolgs Story made in Spain? Leider nicht. Die Firma hatte den Finanzbedarf der spanischen Administration unterschätzt. An den geforderten 600.000€ für die Zulassung ist die Idee letztlich gescheitert. Die verbliebenen Mitarbeiter bieten heute Beratungsleistungen an.
Aber warum gibt es keine Zulassung der Mittel von Großkonzernen wie Bayer die das massenweise eingesetzte Imidacloprid herstellt?
Das liegt ebenfalls am Finanzhunger der Behörden. Da man für jede Anwendung bezahlen muss lohnt es sich einfach nicht, für die geringen Mengen, die im Palmenschutz verkauft werden eine Zulassung zu beantragen. Zumal die Produkte sowieso verkauft werden, da sie für andere Zwecke durchaus eine Zulassung haben.
Im Fall Beauveria bassiana ist die Situation noch absurder. Der Pilz kommt natürlicherweise in spanischen Böden vor, allerdings in sehr kleiner Konzentration. Pilzsporen- Mittel sind also lediglich eine Konzentration einer spanischen Spezies die großtechnisch hergestellt wird. Beauveria bassiana ist für den Acker- und Obstbau in Spanien, Deutschland und anderen Ländern zugelassen, aber eben nicht für die Bekämpfung des roten Palmrüsslers.