Endotherapie bei Palmen

Die Idee ist, der Palme eine Möglichkeit zur Selbsthilfe zu geben. Palmen haben Fressfeinden von Natur aus nichts entgegen zu setzen. Ihre Saft ist nicht giftig wie der Saft des Oleander. Das gilt es zu ändern. Durch Setzen von Kunststoff-Kanülen schafft man sich einen Zugang zum Inneren der Palme, direkt zum Saftkreislauf. Damit kann man der Palme das geben was ihr zur wirksamen Bekämpfung der fressenden Larven feht, nähmlich Gift. Das wird in kleinen Dosen von wenigen Millilitern in die Kanülen gespritzt und dort von der Palme aufgenommen. Die Palme transportiert das Gift bis in die obersten Wedel. Da die Kanülen hermetisch verschlossen sind tritt keine Umweltschädigung ein. Die Methode ist bienenfreundlich.

Das Video zeigt das Arbeiten mit Kanülen der Firma SOSpalm

Biologisch und chemisch geht das zusammen?

Jahrelang war die biologische Bekämpfung des Mittel der Wahl. Unbestritten ist der Vorteil der Methode Bienenfreundlich zu sein. Bienen, die durch Kontakt mit chemischen Giften schwer geschädigt werden, sind die Hauptverlierer im Kampf gegen den Picudo rojo, dem roten Palmrüssler. Imker vorloren in der Region Valencia die Hälfte iher Völker durch den massiven Einsatz von Pestizieden. Doch den Schaden haben nicht nur die Imker. Die Bestäubungsleistung der Bienen ist in der Natur und im Obst und Gemüsebau unverzichtbar.
Und jetzt doch- noch mehr chemische Bekämpfung? Chemische Bekämpfung wird in verschiedenen Formen durchgeführt die die Natur unterschiedlich schädigen. Man kann diese Mittel mit hohem Druck versprühen und einen feinen Nebel erzeugen, der das Gift auf eine große Fläche verteilt- die maximale Schädigung für die Umwelt. Man kann das Gift über die Palme gießen und den Schaden örtlich begrenzen. Dann findet man schon mal 60 tote Bienen am Fuß der Palme, die die nicht nach unten fallen nicht mit gerechnet.
Oder man kann das Gift in die Palme spritzen und einen Deckel drauf machen. Da kommt kein Insekt mehr dran. Pech haben die, die an und in der Palme fressen. Die nehmen mit den Pflanzenfasern auch das Gift auf und verenden. Damit hat die Palme endlich eine Möglichkeit sich gegen den Schädling zu Wehr zu setzen. Die Methode ist nicht neu, nur von der Natur kopiert. Viele Pflanzen wehren sich mit starken Giften in ihren Saftkreisläufen. Eine der bekanntesten und weit verbreitetsten ist der Oleander, dessen Pflanzensaft hoch giftig ist.Ist die Endtherapie also die Lösung der Probleme Palmrüssler und Palmenmotte?

Allein sicher nicht, aber eine Kombination aus Oberflächenschutz und Schutz im Saftkreislauf scheint das Problem zu lösen. Jedenfalls haben Gärtner, die die kombinierte Methode anwenden seither keine Verluste mehr zu beklagen.