Biologischer Palmenschutz

Häufig wird Pflanzenschutz mit chemischen Giften durchgeführt. Das ist billig und der Erfolg zeigt sich schnell in Form von zahlreichen toten Insekten. Aber ist es wirklich ein billiger Erfolg? Naturschützer schlagen Alarm. Sie beobachten einen starken Rückgang insektenfressender Vögel*1.
Imker schlagen Alarm, sie verloren bis zu 50% ihrer Völker*2.
Die so wichtige Bestäubungsleistung der Bienen geht zurück und damit die Artenvielfalt der Natur und der Ertrag der Obstbauern.

Sollen wir deshalb unsere stattlichen Palmen kampflos dem „Staatsfeind Nr. 1 der Küste, dem gefürchteten roten Palmrüssler überlassen?

Das müssen wir nicht. Es gibt Alternativen. Die Natur selbst zeigt uns den Weg. Jede Art hat natürliche Gegenspieler die sich im Laufe der Evolution entwickelt haben. Im Fall des Palmrüsslers hält ein räuberischer Pilz die Population im Zaum. Beauveria bassiana befällt nur wenige Käferarten und einige Motten. Mit diesem Pilz ist ein gezielter Einsatz gegen den Palmenschädling möglich. Bienen und andere Insekten werden nicht befallen.

Die Infektion mit den Pilzsporen erfolgt an der Oberfläche der Palmen. Was aber wenn bereits Larven im Inneren ihr gefräßiges Werk verrichten? In der Natur schützen sich Pflanzen gegen Fressfeinde oft mit giftigem Saft. Dieser Schutz wird mit der Endotherapie auch bei Palmen erreicht. Man gibt der Palme das Gift, das sie nicht selbst produziert. Und wieder trifft es nur die, die es treffen soll, zielgenau. Wir haben die Technik, wir haben die Mittel. Es liegt an uns selbst ob wir die Vielfalt der Natur erhalten. Jeder kann seinen Beitrag leisten.


*1)
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/pestizide-schaedlingsbekaempfungsmittel-bedrohen-singvoegel-a-980271.html
*2)
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/pestizide-machen-bienen-orientierungslos-a-959820.html

 

Forschungsanstalt Geisenheim testet Beauveria bassiana

Forschung – Aktuelle Forschungsthemen – Biologie – Dickmaulrüssler (Otiorhynchus raucus) in gartenbaulichen Kulturen (Auszüge)

Pilze gegen Rüsselkäfer

Die nachtaktiven Rüsselkäfer die sich tagsüber in Verstecken aufhalten sowie die im Boden lebenden Larven sind grundsätzlich schwer mit Insektiziden zu bekämpfen Eine Alternative zur Bekämpfung stellen hierbei 1500 bp 1000 bp 500 bp 100 bp insektenpathogene Pilze dar Abb 2 Mit Ausnahme des Gefurchten Dickmaulrüsslers ist über deren Effizienz gegenüber Rüsselkäfern nur wenig bekannt Im Rahmen unseres Projektes testen wir die Wirksamkeit der insektenpathogenen Pilze Beauveria bassiana Paecilomyces fumosoroseus und Metarhizium anisopliae Bestandteil der Pilzpräparate Naturalis PreFeRal bzw GranMet die im Anhang I Positivliste für Wirkstoffe der EU Richtlinie 91 414 EWG gelistet sind gegenüber unterschiedlichen Entwicklungsstadien von z B O salicicola O armadillo oder O raucus Abb 3 und 4 Bei der direkten Inokulation von Rüsselkäfereiern der Arten O salicicola und O armadillo konnte bei 98 der mit Naturalis infizierten Eier der Schlupf der Larven verhindert werden Abb 4 wohingegen bei PreFe Ral fast alle Larven schlüpften Diese wurden jedoch zu 93 O armadillo und 96 O salicicola nachträglich infiziert und damit abgetötet Abb 3

Die genannten Pilzpräparate haben damit ein gutes Potential zukünftig als biologisches Pflanzenschutzmittel gegen Rüsselkäfer zum Einsatz zu kommen Molekularer Fingerabdruck für Rüsselkäfer Adulte Rüsselkäfer sind für den Laien morphologisch nur schwer zu bestimmen Rüsselkäferlarven sind in der Regel C förmige cremefarbene beinlose…
(2012-10-25)